Rührkupplungen für kleine Reaktoren als Magnetkupplung, mit Gleitring- oder Lippendichtung 

Eine Rührkupplung muss zwei Dinge leisten: die Drehdurchführung unter Druck und Vakuum sicher abdichten und die Rührwelle dauerhaft führen. Unsere Rührkupplungen belegen dabei auf kleinen Reaktordeckeln von Laborreaktoren möglichst wenig Platz, sodass Raum für weitere Prozessanschlüsse bleibt. Kombiniert mit unseren Drehzahl- und Drehmomentsensoren erfassen Sie zusätzlich den Leistungseintrag

Unsere Kupplungen im Überblick

MerkmalMagnetkupplungGleitringdichtung, doppelt wirkendLippendichtung DrySeal
Max. Druck60 bar50 bar25 bar, vakuumtauglich
Temperatur–40 bis 250 °C ohne Kühlungbis 340 °Cbis 200 °C ohne Kühlung, Kühlmuffe optional
RührwelleØ 16 mmØ 16 mm oder Ø 25 mmØ 16 mm
Drehmomentmax. 8 Nm > 8 Nm> 8 Nm
Drehzahl0–2000 min⁻¹0–2000 min⁻¹0–2000 min⁻¹
DeckelanschlussG 1″G 1″G 1″
Sperrkreisnein, N₂-Spülung optionalja, Zwangsumlauf, geregeltnein
Geeignet fürsaubere Gasphase, wartungsarmer Betriebfeststoffbildende Gasphase, hohe Viskosität bis ca. 1.000.000 mPa·skostengünstige, besonders schlanke Lösung

Magnetrührkupplungen

Die Magnetkupplung überträgt das Drehmoment berührungslos und ist damit hermetisch dicht. Oben führen zwei schmierstofffreie Keramik-Kugellager die Welle, prozessseitig sorgt ein Gleitlager für zusätzliche Führung und hält Schmutz zurück. Der Kupplungsraum lässt sich mit Stickstoff spülen. Der Stickstoff strömt dann durch das Gleitlager in den Behälter und hält Prozessgas vom Lagerbereich fern.

Der Rührer mit Schaftdurchmesser Ø16 mm wird in die Welle der Dichtung eingeschraubt. Um bei festsitzendem Rührer das Lösen der Welle zu erleichtern, kann manuell eine Stahlwelle zur Vergrößerung des Hebels eingesteckt werden.

Die Rührkupplungen zeichnen sich durch ihre robusten Leistungsmerkmale aus. Sie halten Drücken bis 60 bar stand und sind für einen Temperaturbereich von -40 bis 250 °C ohne Kühlung ausgelegt. Mit einer flexiblen Drehzahl von 0 bis 2000 UPM bieten sie vielseitige Einsatzmöglichkeiten. Das maximal übertragbare Drehmoment beträgt 8 Nm. Gerne bieten wir Ihnen ein individuelles System für Ihre Anforderungen an.

Magnetrührkupplung in Konstruktion und in einer Anlage

Das Design mit seinem möglichst schlanken unteren Teil ist speziell für kleinere Reaktoren geeignet. Dadurch ist es einfacher, kleinere Rohrleitungen relativ nahe an der Dichtung anzuschließen. Die Rührkupplung wird mit einem G 1“ Gewinde mit einem Reaktordeckel verbunden.

Eine Bohrung in der Welle erlaubt auch die direkte Verbindung mit unserem Drehmomentsensor. Am Außendurchmesser auf der Motorseite kann auch eine Kardan- oder andere Kupplung angeschlossen werden.

Gleitringdichtungen

Unsere doppelt wirkende Gleitringdichtung wird vor allem bei Prozessen eingesetzt, in denen Prozessgas in der Gasphase als Feststoff ausfällt oder die Gasphase eine starke Belastung für die Lager einer Magnetrührkupplung darstellen würde. Da bei diesem Dichtungstyp keine Lager im Produktraum sind, sind Rührkupplungen dieser Bauart unter diesen anspruchsvollen Prozessbedingungen besonders langlebig.

AP-Miniplant bietet exklusiv eine Gleitringdichtung speziell zugeschnitten auf kleine Behälterdurchmesser an. Durch die unten konische Form ist es möglich, kleine Rohranschlüsse in der Nähe der Rührkupplung unterzubringen.

Rührkupplung als Gleitringdichtung ausgeführt

Die Gleitringdichtung ist für Rührwellen des Durchmessers Ø16 und Ø25 mm erhältlich. Die maximalen Prozessbedingungen sind ein Druck von 50 bar und Temperaturen von bis zu 340 °C. Aufgrund ihrer kompakten Bauweise erfordert sie einen Zwangsumlauf-Sperrfluid-Kreislauf. In automatisierten AP-Miniplant-Anlagen wird der Druck und die Temperatur dieses Sperrkreises reguliert. Eine Zahnradpumpe sorgt dabei für den Umlauf des Kreislaufs. Die Druckregelung ermöglicht ein Nachführen des Sperrdrucks relativ zum Prozessdruck. Dadurch wird der Verschleiß minimal gehalten, da nur so viel Überdruck auf die Dichtung ausgeübt wird, wie zur Aufrechterhaltung der Dichtheit erforderlich ist. Die Temperaturregelung wird insbesondere dann wichtig, wenn die Gefahr von unerwünschter Kondensation im Anschlussbereich der Dichtung besteht. In solchen Fällen kann der Sperrkreis mit höheren Temperaturen von maximal 140 °C betrieben werden.

Lippendichtung

Die Lippendichtung DrySeal ist als kostengünstige Alternative zur Gleitringdichtung gedacht. Ihr gegenüber ist sie erheblich schlanker und benötigt keinen Sperrkreislauf. Dieser Typ wird exklusiv von Interseal für uns gefertigt mit dem Dichtungsprinzip DRY 9000. Durch das schlanke Design passt es besonders gut in kleine Anlagen. Die Abdichtung erfolgt mit PTFE-Dichtlippen in beide Richtungen, so dass die Kupplung sowohl bei Druck bis 25 bar als auch im Vakuum einsetzbar ist.

Als Rührwelle ist eine 16 mm Edelstahlwelle vorgesehen, die einen 20° Innenkonus und ein 8 mm Innengewinde hat. Die maximale Einsatztemperatur ohne Kühlung ist 200 °C. Es steht eine Kühlmuffe zur Verfügung. Das Einschraubgewinde ist G1“ außen.

Die Kupplung ist mit einem Anschluss für das Spülmedium nach der ersten Dichtung sowie einem Anschluss zur Überwachung der Dichtigkeit an der vorletzten Dichtung ausgestattet, jeweils vom Prozess aus betrachtet. Zur Temperaturüberwachung der Dichtung kann ein Temperatursensor in eine vorbereitete Bohrung eingesteckt werden. Der Motor kann am Zapfenende mit einer Passfeder der Größe 16h6 angeschlossen werden.

Lippendichtung für eine Rührkupplung

Rührkupplung anfragen

Für eine erste Einschätzung genügen uns diese Angaben:

  • Medium und Phasen (Gas, Flüssigkeit, Feststoff)
  • Druck- und Temperaturbereich
  • Volumen bzw. Volumenstrom
  • Skizze oder Foto der Einbausituation

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